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September 01, 2014
Industrie

Eine Einsatzmöglichkeit für Rettungsingenieure in der Industrie ist der Bereich Anlagensicherheit, Arbeitssicherheit oder auch Risiko-/Sicherheitsmanagement.

Besonders die Vorlesungen „Arbeits- und Anlagensicherheit“, sowie „Analyse von Unfällen und Störfällen“ bilden dabei eine gute Grundlage. Inhalte sind zum Beispiel die Durchführung von Schadensanalysen, die Risikobewertung mit Hilfe der Fehler- und Ereignisbaummethode oder auch die computerunterstützte Simulation der Ausbreitung von Gefahrstoffwolken und Bränden.

Des Weiteren erhalten die Studierenden, durch die Vorlesungen von  Herrn Prof. Dr. Brenig, Einblicke in die verschiedenen Gesetzestexte, wie z.B. die Betriebssicherheitsverordnung, das Bundes-Immissionsschutzgesetz oder die Maschinenrichtlinie.

Grundsätzlich wird in den Vorlesungen sowohl auf die Sicherheitstechnik, als auch auf das Sicherheitsmanagement, also den organisatorischen Aspekt eingegangen. Letztgenannter Punkt gewinnt dabei zunehmend an Wichtigkeit, dies lässt sich auch an der vermehrten Einführung von Arbeitssicherheitsmanagementsystemen in der Industrie erkennen. Sicherheitsmanagementsysteme wie OHSAS 18001 haben dabei viele Gemeinsamkeiten mit anderen Managementsystemen wie z.B. ISO 9001 oder ISO 14001. Durch das Fach Qualitätsmanagement nach ISO 9001 und die damit einhergehende Ausbildung als Qualitätsbeauftragter durch den TÜV<em> </em>ist ein Rettungsingenieur in der Lage in einem Unternehmen bei der Einführung von Managementsystemen zu unterstützen und sowohl interne als auch externe Audits zu begleiten.

Weitere Aufgaben, die Rettungsingenieure in der vorwiegend auf Prävention ausgelegten Arbeitssicherheit übernehmen können, sind zum Beispiel Unterweisungstätigkeiten, die Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen, die Durchführung von Beratungsgesprächen und die Unterstützung von Vorgesetzten, Sicherheitsbeauftragten und Mitarbeitern eines Unternehmens bezüglich sicherheitsrelevanter Themen. Außerdem ist ein Rettungsingenieur in der Lage Unfalluntersuchungen vorzunehmen.

Im Bereich Gefahrstoffmanagement, der einen großen Teil der Arbeitssicherheit ausmacht, ist die Erstellung von Betriebsanweisungen nach Gefahrstoffverordnung auch in Bezug auf das neue Global Harmonized System (GHS) und die damit einhergehenden Änderungen ein Einsatzfeld. Des Weiteren kann ein Rettungsingenieur bei der Auswahl der richtigen persönlichen Schutzausrüstung mitarbeiten. Durch das Fach Chemie ist auch die Unterstützung der Mitarbeiter der einzelnen Abteilungen bei der Substitution von Gefahrstoffen denkbar.

Um sich für den Bereich Arbeitssicherheit weiter fortzubilden, kann ein Absolvent gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit dem potenziellen Arbeitgeber eine Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit (SiFa) absolvieren.